Eine Haarverpflanzung (Eigenhaartransplantation) ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem das verlorene Haar durch eigenes, natürliches Haar ersetzt wird. Dabei wird das Haar Stellen mit dichterem Haarwuchs am Hinterkopf und den Seiten entnommen, und an kahleren Stellen wieder eingepflanzt. Haarverpflanzungen erhöhen daher nicht die Gesamtanzahl der Haare, sie werden nur „versetzt”, um einen besseren optischen Gesamteindruck zu hinterlassen.
Haarverpflanzungen werden auch durchgeführt bei der Wiederherstellung von Wimpern, Augenbrauen, Barthaaren, sowie beim „ausfüllen” von Narbenstellen mit Haaren.
Wichtig bei einer Haarverpflanzung ist es, dass die Verpflanzung absolut professionell durchgeführt wird – eine inadäquate Technik kann zum permanenten Verlust des Haares führen. Zudem sollte man bedenken, dass der Prozess nicht wieder rückgängig gemacht werden kann, d.h. ein einmal verpflanztes Haar kann nicht mehr an einer anderen Stelle verwendet werden.
Aufgrund der Tatsache, dass die meisten Haarfollikel zwischen 2-4 Haare enthalten, konzentrieren sich die neuesten Transplantationstechniken auf das Verpflanzen genau dieser „Haarfollikel-Einheiten” – auf diese Weise wird die natürliche Erscheinung der Haare wie in der Natur optimiert.
Die fachmännische und eingehende Beurteilung und Planung vor einer Haarverpflanzung (z.B. Einmal- oder Mehrfachbehandlung) ist daher noch wichtiger als der eigentliche Eingriff. Es muss einem absolut klar sein, welche Haare wo entnommen werden und wo genau diese eingepflanzt werden sollen.
Mehrere Tage vor dem Eingriff sollte der Patient keinerlei Medikamente oder Alkohol einnehmen, was zu unerwünschten Blutungen und Ablehnung der zu verpflanzenden Haarfollikel führen kann. Häufig werden Antibiotika vor der Operation verschrieben, um die Kopfhaut vor Entzündungen zu schützen.
Innerhalb der ersten 10 Tage nach der Haarverpflanzung werden alle verpflanzten Haare ausfallen – dies ist ein natürlicher Prozess und kein Anlass zur Sorge. Nach ca. 2-3 Monaten werden aus den verpflanzten Haarfollikeln neue Haare wachsen, der Haarwuchs wird sich normalisieren und das Haar wird innerhalb der nächsten 6-9 Monate immer dichter und fülliger.
Die Stellen, an denen die Haarverpflanzung stattgefunden hat, müssen vor Sonnenbestrahlung geschützt werden. Schamponieren startet 1-2 Tage nach dem Eingriff und ist deshalb wichtig, damit die Bildung von Schorf an den betroffenen Stellen verhindert wird. Besonders in den ersten 7-10 Tagen nach dem Eingriff erhöht Schorf das Risiko das Abstoßens neu verpflanzter Haarfollikel.
Haarverpflanzung ist mit den Jahren immer effektiver geworden, obwohl die Transplantation von Haaren mit einigen Risiken verbunden ist. Neben den bereits angesprochenen Verlust der Haare direkt nach dem Eingriff ist es möglich, dass es zu Schwellungen auf der Kopfhaut und im Stirnbereich kommt, die jedoch i.d.R. mit Cremes oder Medikamenten zur Reduzierung von Schwellungen behandelt werden können.
Juckreiz entsteht bei Heilungsprozessen in fast allen Fällen, weshalb der Patient immer darauf achten sollte, sich nicht zu kratzen – kratzen verlangsamt den Heilungsprozess und führt zur Bildung von Schorf. Feuchtigkeitslotionen und Massage-Shampoos reduzieren den Juckreiz.
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